however

Momentan nehme ich mir gerade nicht genügend Zeit für meinen Blog. Deswegen ein Beitrag aus meinem Archiv. Ein Text aus dem Jahr 2007 – der Titel ist mein damaliges englisches Lieblingswort (Ich habe sehr viel damit betitelt). Etwas zuviel Pathos, finde ich aus heutiger Sicht. Und zugleich mein Beitrag zum zehnten *txt-Wort: „Schatz“. 

dav
Somewhere in Erding (c) liawriting

however

noch immer du 
kann dich schon nicht mehr sehen 
nur mehr in meinem gedanken 
hab dich umgewandelt 
von meinem albtraum 
der mich nicht los lassen wollte 
in den Teil einer Geschichte. 
bist nur noch eine Figur
unter vielen 
hab deinen Namen geändert 
und ein anderes Gesicht dazu gegeben 
von dir ist nicht viel geblieben 
aber trotzdem 
bist du noch da_

Die Verräter

Ein Text aus meinem analogen Archiv, den ich mit 16 oder 17 geschrieben habe. Es ist eine Szene in einer postapokalyptischen Welt; das Ende einer weiteren ungeschriebenen Geschichte.
„Eigentlich geht es hier nicht mehr um deinen Tod und mein Überleben, oder eben meinen Tod und dein Leben. Im Ende geht es nur darum, dass wir uns diese Frage überhaupt stellen müssen.“ Jedes deiner Worte prallt an meinem Körper ab wie ein Peitschenschlag, reißt alte, längst verheilt geglaubte Wunden wieder auf, fügt neue hinzu. Dabei ist es nicht wichtig, was du sagst, sondern, dass du überhaupt noch etwas sagst.
Ich will dir nicht mehr zuhören, versuche zu vergessen, wende mich ab und blicke aus dem Fenster auf die von schwarzen Fenstergittern durchzogene Landschaft. Die Blätter der bäume haben bereits begonnen sich zu verfärben und ich kann förmlich spüren, wie die Zeit, die mir noch bleibt, zwischen meinen Fingern zerrinnt. Obwohl mich das beunruhigen sollte, hat es eine tröstliche Wirkung auf mich, zu wissen, dass es nun aufhören wird. Asche zu sein, so wie die Worte, die ich vor – wie es mir vorkommt – Ewigkeiten an dich schrieb Nicht mehr zu atmen, nicht mehr zu fühlen, nie mehr jemanden zu verletzen. Ich kann die Menschen nicht zählen, die ich mit meinen Worten und Waffen verletzte. Manchmal vergleiche ich sie mit den Sternen am Himmel. Ich kann mich nicht mehr an sie erinnern, weder an ihren Namen noch ihre Gesichter – außer an dich.
Du hast aufgehört zu reden. Ich öffne die schwere Holztür, gehe auf die Plattform des Turmes – kalter, staubiger Stein unter meinen nackten Füßen. Am Horizont erhebt sich die Sonne aus ihrem Schlaf, nur die bedrohlich schnell näher kommenden vier Reiter kündigen die letzte Schlacht an. Wenn ich die Augen schließen, glaube ich, die galoppierenden Hufe auf den holprigen Wegen widerhallen zu hören.
Du bist hinter mich getreten, spüre deinen Atem in meinem Nacken.
Schulter an Schulter, Hand in Hand blicken wir meinem? deinem? unserem. Todesurteil entgegen.

Wenn ich die Augen schließe, kann ich jetzt schon die Hitze des Feuers auf meinem Körper spüren.

zählen

tl;dr: fragment, eines abends. ++ ich habe jetzt auch eine fb-page [im aufbau begriffen], falls mir dort jmd. folgen mag: liawriting.

lass uns,
lass uns bitte nur-
lass uns, lass uns bitte bis_

lass uns über betrunkene metaphern reden.
ich wäre gern die kohlensäure in deinem bier.
ich würde gern…
what?! pass auf, du verschüttest doch alles.
pass auf, das glas zer:bricht_

schrilles,
sch-sch-schrilles gelächter

lass uns bitte, bitte,
lass uns bis eins-
lass uns bitte nur bis_

lass uns deepe gespräche über abregend aufregendes führen.
ich erzähle meine geheimnisse, solang die nacht…
ich öffne mich zu…
… :::: … |||
… :::: … |||

rauschen,
n-n-nichts als rauschen.

lass uns bitte bis eins,
lass uns bitte, bitte bis-
hey, lass mich ausreden
lass uns bitte bis eins zählen.
nur einmal.
lass uns bitte nur ein einziges mal bis eins zählen.
lass uns auf drei bis eins zählen_
3…2…1
bitte.

 

1.

v::erklärend

Auch 2016 wird das Projekt *.txt von Dominik Leitner fortgeführt, worüber ich mich sehr freue, weil es mir Gelegenheiten ermöglicht, neue Texte, neue Textideen umzusetzen.

Das siebente Wort lautet: ‘verklären

v::erklärend

dieses Nichts zwischen uns ist bedrohlich
verschwommen; gleich beißigem rauch
v::erklärt es meine gedanken

und ich kann nicht erkennen
ob Nichts zwischen uns ist oder
zwischen uns steht

Wahrheiten eines inkohärenten Systems sezieren

Auch 2016 wird das Projekt *.txt von Dominik Leitner fortgeführt, worüber ich mich sehr freue, weil es mir Gelegenheiten ermöglicht, neue Texte, neue Textideen umzusetzen.

Das sechste Wort lautet: ‘weiß


W
ahrheiten Eines Inkohärenten Systems Sezieren


ZWEI

Der Himmel färbt sich tiefrot.
Dann wird alles dunkel, fast schwarz.

NULL

Ein leichter Windhauch bringt die Blätter zum Rascheln, durch die Äste bahnen sich Sonnenstrahlen ihren Weg und zeichnen Muster auf die gelb-blau-karierte Picknickdecke, die gerade etwas zu kurz ist, sodass die darüber hinausstehenden Füße vom etwas zu langem Gras gestochen werden.

EINS

„Du kannst alleine nicht die Welt, nicht die Ungerechtigkeit, nicht die Systeme verändern, dazu musst du dich (politisch) engagieren.“ Aber das Netz der Zeit ist so dicht um uns verwoben, dass wir keine Horizonte erkennen können. Und in dieser Dunkelheit gefangen, spüre ich Panik, weil ich die Fragen zu meinen Antworten nicht weiß. — Vielleicht war meine Gretchenfrage schon immer: „Wie hältst du’s mit dem Aktivismus?“

SECHS

Es wird schwarz,
dann weiß,
dann endlich: Stille.