weg / legen

weg / legen (eine anleitung für stadt-land-stadt)

es sei also eine liebende, die dort und hier fortschreibt:

moira steht h (stumm) quer geschrieben : seit der andere mir das warum mit Korrektur erklärte, versuche ich Nichts, mit bier umzuschreiben; was wartet dort noch? in meiner grauen stadt ohne meer, wo holzfällen von schwarzer bedeutung trieft; auf den sofas von freunden und zwischen worthülsen (sans signifié) liegt dennoch der glaube an ein zuhause begraben;

das talparadoxon auflösen als einsame heroine : wut als gradientkraft im kampf gegen ewiggestrige windräder und alle fragen der liebe wegen (ABWEGE sind es, die in gründe führen); gepflückte tage gewährt hier einzig der könig, dafür bekommt er Weiße Nächte geschenkt; zug um zug spielend, bis unklar wird, will ich den könig rochieren oder die revolution?

ubahnlinien auf der suche nach einem ausweg folgend : „meine liebe“, begrüßt verschwommen die stadt mich zum abschied?, in der jeder woanders beginnt, aber jeder gleich endet, der fokus läge dort auf dem text, aber was stimmt: Nichts, war bemüht unfassbar; wie eine mauerwolke, die zum tornado werdend male gaze evoziert AUGE @

ich lege weg oder
leg’ einen weg?

(ich spiel’ seit unlängst
ohne karten)

sein / stehen

sein / stehen (eine irritation als remix)

dieses Nichts zwischen uns scheint bedrohlich verschwommen : unumkehrbar schwimmen frei wie ?, während wir den staub der klassiker zwischen unseren zähnen zermahlen, lautet der current state of mind peripetie, das gefühl nahender finsternis verdrängen wir, indem wir über LEICHEN schreiben

sich mit tinder subkutan hyposensibilisieren : aber sie haben alle keine gesichter, sie haben alle keine gesichter! narrative miteinander, aber nie ineinander verweben – wie ein profi, du machst das schon wie ein profi!!! – seriell permutierend, „einzahl, mehrzahl, vielzahl, unzahl“ mit KÖRPERN nachspielen

unsere abgetreppten mauern schlussendlich doch bang hinuntersteigen : auf der suche nach etwas-zum-begehren; unter jeder unserer stufen befindet sich eine falltür und wir kippen hinein und kippen nach unten und kippen zurück hinauf und schließlich kippen wir nicht in-, sondern einander

Nichts steht
(mehr)
Nichts ist
(mehr)
zwischen uns
(mehr)

lösungsmittel

die theorie (wikipedia) sagt uns:
als eine physikalische eigenschaft der alkohole gilt die hydrophilie, das heißt, alkohole sind bindungsfähig, sie sind in der lage mit wasser wasserstoffbrückenbindungen einzugehen, wobei gilt, dass je höher die zahl der hydroxylgruppen eines alkohols, umso mehr wasserstoffbrücken können gebildet werden.

die praxis (leben) lehrt uns:
wir trinken alkohol, wir versuchen uns (wie alkohole) :
wir sind auch hydrophil, wir wollen wasser als lösungsmittel,
wasser als lösung : „reich mir doch
noch ein
noch ein
noch ein
noch ein
noch ein
glas, bitte!“
wir interagieren : wir schwimmen obenauf, wir gehen unter,
aber wir bleiben
nicht wasserlöslich, wir können wasser nicht an uns ziehen, wir können wasser nicht an uns binden, wir versuchen es trotzdem, wir versuchen uns weiter, denn :
wir sind hydrophil.

***

das ist ein beitrag zum projekt *.txt: das vierte wort lautet: alkohol.

 

 

Endzeit.

Ihre Schuhe sind voll Blut, matsch matsch bei jedem Schritt.
Ihre Hose ist voll Blut.
Ihr Pullover ist zerrissen; ihre linke Hand gebrochen.
Ihre rechte Hand schleift seinen leblosen Körper hinter sich her gleich wie sie als Kleinkind ihren überdimensionalen Teddybären hinter sich hergezogen hat.

– FLASHBACK –

Er: Wartest du schon lange?
Sie: Nein…
Er: Ist alles in Ordnung?
Geht es dir gut?
Sie: Ja. „Endzeit.“ weiterlesen

zweck:los

aus dem archiv: ein gedicht ins leere (aus dem jahr 2013).
Für C.

manchmal kann schein auch alles sein
ein schutz vor lust, ein schutz vor leid
wie lang ich noch am leben häng‘
bestimm nur ich, niemals die zeit.

du schätzt ästhetik fälschlich ein
sie  zeigt, wann wahrheit lüge ist
mein herz ist süchtig nach dem fallen
weil im zerbrechen leben ist

nach nutzen sollten wir nicht suchen
von gottes gnad‘ ist nichts zu seh’n
ich fürcht‘, am ende uns’rer tage
kann neben sehnsucht nichts besteh’n

ich fürchte nicht, was in der ferne
nur das, was mir sehr nahe ist
drum weiß ich auch, dass es gefährlich;
dass es sehr nah am wahnsinn ist

erfahrung könnt mir vieles lehren
doch ist es wahr, was aus ihr spricht?
ist gefühl alles, dann ertrink‘ ich
„geh von mir fort, verlass mich nicht!“

die wahren dinge dieses lebens
sie werden von gedanken bloß –
verkompliziert und jedes streben
nach einfachheit erscheint zwecklos.

nachdenken über fernweh

projekt *.txt: das dritte wort lautet: fernweh.

NACHDENKEN ÜBER FERNWEH (eine twitter-variation)

I.

fernweh steht auch für: wie du mir aus der ferne dabei zusiehst, wie mir alles weh tut.

II.

das gegenteil von fernweh
sieht rot.

III.

wir schauen fernweh,
bis wir die bilder nicht mehr ertragen
und ich den stecker ziehe.

IV.

wie könnt ihr nur meer wollen?
wie könnt ihr nur fernweh haben?
wenn dort all die menschen ertrinken,
wenn all unsere träume auf leichen gebaut-