Der letzte Tanz

*txt.: Dominik Leitner hat das Projekt *.txt ins Leben gerufen – die Idee: alle drei Wochen wird ein neues Wort bekannt gegeben, und alle Teilnehmenden haben dann die darauffolgenden drei Wochen Zeit, sich einen Text aus der Tastatur zu klappern, der – in welcher Form auch immer – mit dem Wort in Verbindung steht. Die Links zu allen Texten finden sich gesammelt hier. Ich finde die Idee sehr kul, weil ich dadurch Anregungen zum Schreiben bekomme, und ich außerdem weitere Welten auf anderen Blogs, die auch beim Projekt mitmachen, entdecken kann.

Das fünfzehnte (mein viertes) Wort: Tanz. Zum Text: Außerdem Teil der Kategorie ‚als wie ich 16 war‘. Ein wirklich alter Text von mir, den ich irgendwann zwischen fünfzehn und achtzehn schrieb. Außerdem ein Märchengedicht/-text.

Der letzte Tanz

Der Tanz fängt an,
reichen wir uns die Hände sodann.
Ein kurzer Blick,
ein kleines Lächeln
willst du mich denn so bestechen?
Ziehst du die Fäden deiner Intrigen
um über deine Feinde zu siegen,
dann gebe Acht,
dass man am Schluss nicht über dich lacht.
Drehen wir uns gescheiter,
sonst geht das Spiel ohne uns weiter.

Hörst du die Stimmen,
die zu den Instrumenten singen?
Ein kleines Lächeln,
ein kurzer Blick,
das schadet doch nun wirklich nicht.
Wie unsere Hände sich im Tanze berühren,
ha!, versuche nicht mich zu verführen.
Eine sachte Drehung, nur ein kleiner Schwung,
doch schon hat unsere Freundschaft einen Sprung.
Wollen wir nicht unseren Stolz vergessen
und aufhören uns nach Kräften zu messen?

Nach rechts, nach links,
und einmal im Kreise,
beginnen wir so unsere Reise
in eine gemeinsame Vergangenheit,
ganz von den jetzigen Zweifeln gefeit.
Ein kurzer Blick,
ein kleines Lächeln
– wir brauchten nicht mehr für unser Glück.
Könntest du, drehtest du für uns die Zeit zurück?
Wenn du mich jetzt in den Armen hältst,
dann nur, weil die Musik es will,
dann finde ich es grausam, des Schicksals Spiel.

Das Stück vollendet,
der Tanz wird beendet.
Ein kurzer Blick,
dein letztes Lächeln für mich?
Oh, ich vermisse dich!
Deine Lippen auf meinen,
jetzt werde ich für immer weinen.
Ein letzter Kuss,
ein Atemhauch,
verpufft in Rauch,
mein Märchentraum
-ein letzter Ton-
Dann verlässt du den Raum.

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