Endzeit.

Ihre Schuhe sind voll Blut, matsch matsch bei jedem Schritt.
Ihre Hose ist voll Blut.
Ihr Pullover ist zerrissen; ihre linke Hand gebrochen.
Ihre rechte Hand schleift seinen leblosen Körper hinter sich her gleich wie sie als Kleinkind ihren überdimensionalen Teddybären hinter sich hergezogen hat.

– FLASHBACK –

Er: Wartest du schon lange?
Sie: Nein…
Er: Ist alles in Ordnung?
Geht es dir gut?
Sie: Ja. „Endzeit.“ weiterlesen

„Und, wie war dein Tag heute so?“

ein gedicht aus meinem „archiv“ (á la meinen alten notizbüchern), irgendwann in der schulzeit geschrieben, als ich dachte, alles sollte sich irgendwie reimen und ich zuviel heinrich heine gedichte auswendig kannte (spiegelt sich im text)

„Und, wie war dein Tag heute so?“

Kennst du, wenn sie blöde fragen,
wie es heute denn so war.
aber du kannst es nicht sagen,
denn, du warst ja gar nicht da.

Warst versunken zwischen Träumen
ohne jemals aufzuwachen
während andere sich plagen
stapeln sich bei dir die Sachen.

Und so wirst du, wenn sie fragen
bloß dein hübsches Lächeln zeigen.
Das, plus nicken und ein Füllwort
bringt sie effektiv zum Schweigen.

however

Momentan nehme ich mir gerade nicht genügend Zeit für meinen Blog. Deswegen ein Beitrag aus meinem Archiv. Ein Text aus dem Jahr 2007 – der Titel ist mein damaliges englisches Lieblingswort (Ich habe sehr viel damit betitelt). Etwas zuviel Pathos, finde ich aus heutiger Sicht. Und zugleich mein Beitrag zum zehnten *txt-Wort: „Schatz“. 

dav
Somewhere in Erding (c) liawriting

however

noch immer du 
kann dich schon nicht mehr sehen 
nur mehr in meinem gedanken 
hab dich umgewandelt 
von meinem albtraum 
der mich nicht los lassen wollte 
in den Teil einer Geschichte. 
bist nur noch eine Figur
unter vielen 
hab deinen Namen geändert 
und ein anderes Gesicht dazu gegeben 
von dir ist nicht viel geblieben 
aber trotzdem 
bist du noch da_

Die Verräter

Ein Text aus meinem analogen Archiv, den ich mit 16 oder 17 geschrieben habe. Es ist eine Szene in einer postapokalyptischen Welt; das Ende einer weiteren ungeschriebenen Geschichte.
„Eigentlich geht es hier nicht mehr um deinen Tod und mein Überleben, oder eben meinen Tod und dein Leben. Im Ende geht es nur darum, dass wir uns diese Frage überhaupt stellen müssen.“ Jedes deiner Worte prallt an meinem Körper ab wie ein Peitschenschlag, reißt alte, längst verheilt geglaubte Wunden wieder auf, fügt neue hinzu. Dabei ist es nicht wichtig, was du sagst, sondern, dass du überhaupt noch etwas sagst.
Ich will dir nicht mehr zuhören, versuche zu vergessen, wende mich ab und blicke aus dem Fenster auf die von schwarzen Fenstergittern durchzogene Landschaft. Die Blätter der bäume haben bereits begonnen sich zu verfärben und ich kann förmlich spüren, wie die Zeit, die mir noch bleibt, zwischen meinen Fingern zerrinnt. Obwohl mich das beunruhigen sollte, hat es eine tröstliche Wirkung auf mich, zu wissen, dass es nun aufhören wird. Asche zu sein, so wie die Worte, die ich vor – wie es mir vorkommt – Ewigkeiten an dich schrieb Nicht mehr zu atmen, nicht mehr zu fühlen, nie mehr jemanden zu verletzen. Ich kann die Menschen nicht zählen, die ich mit meinen Worten und Waffen verletzte. Manchmal vergleiche ich sie mit den Sternen am Himmel. Ich kann mich nicht mehr an sie erinnern, weder an ihren Namen noch ihre Gesichter – außer an dich.
Du hast aufgehört zu reden. Ich öffne die schwere Holztür, gehe auf die Plattform des Turmes – kalter, staubiger Stein unter meinen nackten Füßen. Am Horizont erhebt sich die Sonne aus ihrem Schlaf, nur die bedrohlich schnell näher kommenden vier Reiter kündigen die letzte Schlacht an. Wenn ich die Augen schließen, glaube ich, die galoppierenden Hufe auf den holprigen Wegen widerhallen zu hören.
Du bist hinter mich getreten, spüre deinen Atem in meinem Nacken.
Schulter an Schulter, Hand in Hand blicken wir meinem? deinem? unserem. Todesurteil entgegen.

Wenn ich die Augen schließe, kann ich jetzt schon die Hitze des Feuers auf meinem Körper spüren.

Der letzte Tanz

*txt.: Dominik Leitner hat das Projekt *.txt ins Leben gerufen – die Idee: alle drei Wochen wird ein neues Wort bekannt gegeben, und alle Teilnehmenden haben dann die darauffolgenden drei Wochen Zeit, sich einen Text aus der Tastatur zu klappern, der – in welcher Form auch immer – mit dem Wort in Verbindung steht. Die Links zu allen Texten finden sich gesammelt hier. Ich finde die Idee sehr kul, weil ich dadurch Anregungen zum Schreiben bekomme, und ich außerdem weitere Welten auf anderen Blogs, die auch beim Projekt mitmachen, entdecken kann. „Der letzte Tanz“ weiterlesen

Ineinander :: Feuer und Wasser

Marie bestellte sich noch einen Kaffee, während sie den Treppenaufgang im Auge behielt. Zwar war sie erst vor zehn Minuten selbst gekommen, dennoch schien sich die Zeit endlos zu ziehen. Sie fragte sich, wann Lukas wohl auftauchen würde, ob er überhaupt kommen würde. „Ineinander :: Feuer und Wasser“ weiterlesen