LAND UNTER

das einzig zulässige gefühl in ÖSTERREICH und für ÖSTERREICH kann immer nur VERACHTUNG sein. mir wär’s auch lieber, ALLE ÖSTERREICHER*INNEN würden sich vermummen, dann müsste ich nicht STÄNDIG in diese verlogenen, sich gegenseitig aneinander aufgeilenden FRATZEN blicken und wie ALLE immer empört sind, dass jenes und dieses im jahr 2017 (!) doch nicht mehr möglich sein könne. so als wären wir schon viel WEITER, viel ZIVILISIERTER als noch vor 50 jahren und könnten uns deswegen MORALISCH überlegen fühlen. dabei gibt es in ÖSTERREICH keinen eklatanten unterschied zwischen 2017 und 1950 oder 2017 und 1979, außer dass wir das BIER jetzt net mehr in schilling, sondern in euro bezahlen.

ad ÖSTERREICHISCHE WAHLEN

wahlen werden in ÖSTERREICH – wie alles andere – nur abgehalten, weil sie ein grund zum trinken sind. ÖSTERREICHER*INNEN, die nach einer wahl keinen alkohol konsumieren, verlieren automatisch die ÖSTERREICHISCHE staatsbürgerschaft und somit auch ihr wahlrecht.

ad ÖSTERREICHISCHE TRACHT

es gibt seit KURZem wieder ein GEMEINSCHAFTSGEFÜHL in ÖSTERREICH, auch: es gibt ein GEMEINES SCHAFFENSGEFÜHL in ÖSTERREICH. das CREDO lautet: „GEMEINSAM SCHAFFEN WIR ES: AUSLÄNDER RAUS!“ oh, diese FREUDE der ÖSTERREICHER*INNEN endlich wieder ihre TRACHT, ihre NIEDERTRACHT, aus dem Schrank zu nehmen und öffentlich tragen zu können.

ad ÖSTERREICHISCHE BALZ

in ÖSTERREICH reicht es, by the way, als frau, ein bier auf ex zu trinken – dann nimmt dich jeder ÖSTERREICHISCHE mann mit nach hause, wenn er genug selbstbeherrschung hat, that is, sonst nimmt er dich gleich hinter der bar.

ad ÖSTERREICHISCHE LITERATUR

das wichtigste für ÖSTERREICHISCHE schreiber*innen ist VERACHTUNG für ÖSTERREICH. ÖSTERREICHISCHE schreiber*innen, die ÖSTERREICH nicht verachten, zählen demnach nicht zu den ÖSTERREICHISCHEN schreiber*innen, sondern zu die LEIT, und infolge dessen auch zur LEITKULTUR. mit die LEIT teilen die ÖSTERREICHISCHEN schreiber*innen nur ihre liebe zu WEIN und BIER. BIER und WEIN sind wiederum essenzieller bestandteile der LEITKULTUR, die von den ÖSTERREICHISCHEN schreiber*innen verachtet wird. der widerspruch fällt aber niemanden auf, da ALLE ständig betrunken sind.

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in meinem kopf, kobaltblau

eine geschichte über schreibblockaden, und die frage, wie es sich anfühlt, die eigene identität zu verlieren


Ich verliere die Buchstabenketten, die ich so schön aneinander reihen konnte. Eine nach der anderen löst sich auf und die Buchstaben gleiten wie aufgefädelte Perlen von einer Schnur und verschwinden in der Dunkelheit. „in meinem kopf, kobaltblau“ weiterlesen

erwartungen

es müsste genügen, dass wir zeit miteinander verbringen, und es müsste gleichgültig sein, wenn einer von uns entscheidet, nicht mehr zu wollen oder zu können. es ist mir nicht möglich, rein gegenwartsbezogen zu denken – zu sagen, dass es mir jetzt gut tut, dich zu sehen, und zugleich zu wissen, dass es nicht so bleibt. den sinn dahinter nicht zu erkennen, lässt mich jedes mal erneut schwindeln. es entspricht nicht unserem denken etwas nur als augenblick, als moment, ohne ziel, wahrzunehmen. ergibt das sinn?

verw::irrungen

tl;dr: Anfang und Ende einer Geschichte, die ich nie schrieb. Spaßgesellschaft, Eventkultur mixed with Emotionen und Politik, und in einem etwas diffusem Schreibstil.


 

tot der glaube, alles nur spiel, zumindest sollte es, nichts ernst, erwartet, dass man leicht gleich werbung das leben, kein sinn, sondern s-p-a-ß, eigenes wird sauber geordnet, chronologisch, dokumentiert, präsentiert, muss schreiben, dass es g-e-i-l, es l-e-g-e-n-d-a-r-y, das b-e-s-t-e, wenn nicht, dann ist es nicht, richtig, machst du, wenn dir alles egal, jede handlung muss event, jede beziehung ein sieg, WAS WILLST DU? „verw::irrungen“ weiterlesen