lösungsmittel

die theorie (wikipedia) sagt uns:
als eine physikalische eigenschaft der alkohole gilt die hydrophilie, das heißt, alkohole sind bindungsfähig, sie sind in der lage mit wasser wasserstoffbrückenbindungen einzugehen, wobei gilt, dass je höher die zahl der hydroxylgruppen eines alkohols, umso mehr wasserstoffbrücken können gebildet werden.

die praxis (leben) lehrt uns:
wir trinken alkohol, wir versuchen uns (wie alkohole) :
wir sind auch hydrophil, wir wollen wasser als lösungsmittel,
wasser als lösung : „reich mir doch
noch ein
noch ein
noch ein
noch ein
noch ein
glas, bitte!“
wir interagieren : wir schwimmen obenauf, wir gehen unter,
aber wir bleiben
nicht wasserlöslich, wir können wasser nicht an uns ziehen, wir können wasser nicht an uns binden, wir versuchen es trotzdem, wir versuchen uns weiter, denn :
wir sind hydrophil.

***

das ist ein beitrag zum projekt *.txt: das vierte wort lautet: alkohol.

 

 

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nachdenken über fernweh

projekt *.txt: das dritte wort lautet: fernweh.

NACHDENKEN ÜBER FERNWEH (eine twitter-variation)

I.

fernweh steht auch für: wie du mir aus der ferne dabei zusiehst, wie mir alles weh tut.

II.

das gegenteil von fernweh
sieht rot.

III.

wir schauen fernweh,
bis wir die bilder nicht mehr ertragen
und ich den stecker ziehe.

IV.

wie könnt ihr nur meer wollen?
wie könnt ihr nur fernweh haben?
wenn dort all die menschen ertrinken,
wenn all unsere träume auf leichen gebaut-

ex post sachen

S. trieft, S. klebt an uns wie… S. lässt sich nicht runterwaschen, aber wir können runterzählen… nicht bis 1, aber 3…2… Vorhang auf!

Wir präsentieren euch voller Stolz: nächte (lang)
1 noch: Verehrtes Publikum, liebste Lesende – wir hoffen auf eure rege Beteiligung, damit diese Aufführung gelingt.
*** „ex post sachen“ weiterlesen

Ins Wasser (Eine Geschichte über S.)

Das ist mein erster Beitrag zum Projekt *.txt im Jahr 2017.
Das erste Wort lautet Hoffnungsschimmer.

***

Anmerkung I: S. steht für Sehnsucht, Schuld und Suizid.
Anmerkung II: Drei Bruchstücke einer Geschichte_

Ins Wasser
(Eine Geschichte über S.)

Aus den Chroniken der Wassergänger:

Das Wasser schimmert, glitzert, es kräuselt sich, wirft Wellen, bezwingt Steine, höhlt Hindernisse aus und flüstert leise Botschaften. Alles um die Menschen zu verführen: Sie sollen das Land hinter sich lassen und ins Wasser gehen. Sobald das Wasser schimmert und sich ein leichter Schleier über die Ufer zu legen beginnt, ist es unsere Aufgabe, die silbernen Seelenfäden wieder einzufangen, damit verlorene Menschen nicht in die Sogwirkung des Wassers geraten und hineingehen. Dazu sind wir hier.

 

I.

Wiera wachte auf und rollte ihren Teil des Kokons nach unten, gleichzeitig mit Fren. Wie jeden Tag blickten sie sich kurz an, berührten sich mit den Fingerspitzen, um sich gegenseitig Energie zu geben. Dann rutschten sie, ebenfalls gleichzeitig, nach unten und traten aus der kleinen Gesteinshöhle ins Freie. Ans Wasser. Wiera träumte manchmal vom Meer, von dem ihr ihre Weiserin Agwe erzählt hatte. Ein so mächtiges Wasser im Griff zu haben, konnte sie sich kaum vorstellen. Sie war gemeinsam mit Agwe an den kleinen See gebunden. Er lag abgelegen und war auch nicht zum Schwimmen geeignet, so dass sie kaum Probleme mit Menschen hatten. Ein Nachteil war aber, dass er im Gegensatz zu anderen Gewässern mehr Menschen anzog, die von sich aus vorhatten, ins Wasser zu gehen. Mit seiner Düsternis hatte er auf sie eine größere Sogwirkung als andere Gewässer. Fren nickte ihr zu, bevor er aufs Wasser trat und in Richtung Norden ging. Er war gemeinsam mit seinem Weiser für die Zuflüsse des Sees verantwortlich. Sie würden sich erst am Abend wiedersehen, wenn es Zeit für sie war, zu schlafen. Fren war dennoch immer mit ihr verbunden, so wie sie auch mit ihm. Ohne einander konnten sie keinen einzigen Tag überleben, miteinander hatten sie noch 100 Tage. Dann würde sich ihr Kokon für immer über ihnen schließen und aus ihnen würden zwei gänzlich neue Wassergänger entstehen.

***

Alina saß in ihrem Café, bei dem Ecktisch, an dem sie immer mit L. gesessen hatte. Seit L. nicht mehr da war, kam sie oft alleine hierher, bestellte sich eine heiße Schokolade mit Schlag und aß ein Stück Käsekuchen. Momentan war alles in Ordnung, weil sie es schaffte, ihre Cafésessions auf einmal in der Woche zu reduzieren. Wenn sie L. zu sehr vermisste, dann kam sie jeden Tag hierher. Wenn sie es gar nicht ertrug, dann bestellte sie zwei Tassen Schokolade und zwei Stück Käsekuchen und stellte die zweite Portion auf den Platz ihr gegenüber. Sie zerquetschte die letzten Brösel der cremigen Masse mit der Gabel; kratzte über das hellblaue Porzellan. Die Farbe strahlte eine Wärme aus, sie konnte es kaum aushalten. Der ganze Ort schien noch immer L. auszuatmen, so als wäre sie hier; so als wäre sie noch am Leben; so als hätte sie nicht– „Darf ich dir noch etwas bringen?“, wurde sie von der Kellnerin aus ihren Gedanken gerissen. Es war eigentlich gegen die Regeln, noch etwas zu bestellen. Weil die Gefahr bestand, das sie dann nicht mehr gehen konnte. Normalerweise hatte Hilde am Donnerstag Dienst und Hilde wusste Bescheid. Aber diese Kellnerin heute war neu und deswegen fragte sie natürlich nach. „Ja, bitte. Noch eine heiße Schokolade“, hörte sie ihre Stimme wie aus der Ferne sagen. Dann stellte sie sich vor, dass L. ihr gegenübersitzen würde, sich ihre violett gefärbten Haare aus dem Gesicht werfen würde, und mit ihr über ihre Lieblingsserien diskutieren oder über den Sinn des Lebens philosophieren würde. Eigentlich war sie immer die melancholische von ihnen beiden gewesen und nicht L. Wenn ich doch nur…setzte sich ihr Gedankenkarussel in Gang und das musste sie abbrechen, weil so durfte sie nicht mehr denken. Also nahm sie einen Schluck von der neuen Tasse. Es war noch zu heiß. Sie verbrannte sich beim Trinken die Zunge. Sie nahm einen weiteren großen Schluck und die Flüssigkeit brannte im Körper, und es war, was sie wollte, weil der akute Schmerz vom chronischen ablenkte.

II.

„Ich bin zum ersten Mal hier seit-“, Alina sprach nicht weiter, weil sie wusste, dass Jakob es wusste. Sie musste es also nicht aussprechen. „Seit Laura sich umgebracht hat“, beendete er ihren Satz. Sie zuckte zusammen. Er war grausam. Es war als hätte er sie geschlagen. Er bekam nicht mit, wie sehr er gerade ihre Wunden offen gelegt hatte; breitete stattdessen weiter die Picknickdecke über den Wiesenboden aus, akribisch, wie ihr schien. Es war eigentlich zu kalt für ein Picknick. Es begann schon leicht zu dämmern und ein seltsamer Nebel schien sich über den See zu legen, aber Alina hatte nichts gesagt zu seinen Plänen. Es hätte nichts geändert. „Setz dich“, sagte er und öffnete seinen Rucksack, aus dem er Brötchen, Obst und Wein hervorzauberte. Sie kam der Aufforderung nach und drehte den Schraubverschluss der Weinflasche auf. Dann nahm sie einen großen Schluck. „Hmm?“, meinte sie, als sie merkte, dass Jakob sie von der Seite anschaute; hielt ihm die Flasche hin, aber er winkte ab. „Warum magst du mich eigentlich?“, fragte er. Sie senkte die Augen, ihr Herz raste. Was will er damit bezwecken? Warum wollte er hierher? Warum fragt er mich das hier? „Ich weiß nicht“, setzte sie an. „Ich weiß nicht, ob ich dir darauf eine klare Antwort geben kann. Es ist irgendwie deine Art, ich fühle mich einfach wohl in deiner Nähe, weißt du?“ Sie sah, dass er lächelte, und lehnte sich gegen ihn. „Du bist schon seltsam“, meinte er und küsste sie. Sie schaute aufs Wasser, wie es sich kräuselte und zu glitzern schien, gerade so, als würde es sie rufen. Dann fing sie an zu weinen, weil ihr alles zu viel war. Er hielt sie eine Zeit lang fest, dann begann er sie auszuziehen und sie verlor sich in ihrem gemeinsamen Rhythmus, damit sie den Schmerz durch etwas anderes ersetzen konnte.

***

Es war das erste Mal gewesen, dass Wiera Menschen so nah am Wasser gesehen hatte. Als sie später auf ihre Weiserin Agwe traf, erzählte sie ihr von der Begegnung. „Warum hat das Mädchen geweint?“, fragte Wiera. „Es ist wegen einem Gefühl, das die Menschen von Geburt an in sich tragen. Sie nennen es Sehnsucht.“ „Sehn-sucht“, wiederholte Wiera murmelnd, um ein Gefühl für das fremde, kalte Wort zu bekommen. Dann sah sie Agwe fragend an. „Stell dir vor, du hättest Durst“, begann diese. „Was würdest du machen?“ „Etwas trinken“, antwortete Wiera blitzschnell, um sich im Moment danach zu fragen, ob ihre Antwort nicht zu vorschnell gewesen sei. Agwe nickte. „Genau. Nun, stell dir vor, du hättest Durst, aber du wüsstest nicht, wie du diesen stillen könntest. So ungefähr fühlt sich Sehnsucht für die Menschen an. Sie dürsten nach etwas, wissen aber nicht, wonach.“ Wiera fröstelte bei dem Gedanken. „Es ist nicht klar, woran es liegt, dass manche Menschen besser damit zurechtkommen als andere. Was wir aber wissen ist, dass jeder Mensch auf seine eigene Art versucht, mit der Sehnsucht fertig zu werden. Es ist ungefähr so, als würdest du gegen deinen Durst verschiedene Sachen nehmen, weil du Wasser nicht kennst, dir zum Beispiel Sand in den Rachen schütten. Manche Menschen reagieren auf Sehnsucht, indem sie versuchen, einen anderen Menschen einzunehmen. Sie wollen den Mangel mit dem, was sie ‚Liebe‘ nennen, bekämpfen. Andere stürzen sich in die Arbeit. Manche ertränken ihre Sehnsucht in Alkohol oder anderen Substanzen. Und für den Großteil der Menschen funktionieren diese Ersatzlösungen gut, entweder auf Dauer oder für einen gewissen Zeitraum. Meistens bezahlen sie dafür mit ihrer Gesundheit. Aber es gibt auch einige Menschen, die es nicht schaffen, sich abzulenken. Die keine Möglichkeit haben, dem Durstgefühl zu entkommen. Diese Menschen sind leichte Beute für das Wasser. Es lockt sie an und gaukelt ihnen vor, sie aus ihrer Situation erlösen zu können. Einen scheinbaren Ausweg anzubieten. Einen letzten Hoffnungsschimmer. Deswegen ist das, was wir sind, auch so wichtig.“

III.

Als Wiera aufblickte, sah sie am anderen Ufer das Mädchen von neulich, diesmal ohne Begleitung. „Es sitzt viel zu nahe am See“, dachte sie und sprang aufs Wasser – der schnellstmögliche Weg, um auf die andere Seite zu gelangen. In der Mitte des Sees spürte sie ein ihr unbekanntes Gefühl in der Brustgegend. Es war unangenehm, kaum aushaltbar. Sie stieß einen schrillen Schrei aus. „Schmerz. Das ist also Schmerz“, flüsterte sie. Es konnte nur bedeuten, dass Fren tot war, war das letzte, was sie dachte. Dann gab die Wasseroberfläche unter ihr nach und das Wasser zog sie in die Tiefe hinab.

***

„Ich wünschte, wir hätten uns verabschieden “, las Alina den Anfang des Briefes erneut, bevor die Buchstaben vor ihren Augen zu schwimmen begannen. Sie dachte daran, wie sie zuletzt mit Jakob hier gesessen war; leise vernahm sie ein Brummen in der Ferne; der Boden schien leicht unter ihr zu beben.

Sie dachte an L.

Ihr ganzer Körper schien von innen zu verbrennen. Alles schmerzte. Dann sah sie aus den Augenwinkeln etwas schimmern. Auf der Wasseroberfläche wogte eine silberne Decke. Sie wusste nicht genau warum, aber sie beugte sich nach vorne, um das Wasser zu berühren.

mittlerweile

Auch 2016 wird das Projekt *.txt von Dominik Leitner fortgeführt, worüber ich mich sehr freue, weil es mir Gelegenheiten ermöglicht, neue Texte, neue Textideen umzusetzen.

Das letzte Wort für 2016 lautet: mittlerweile. und weil 2016 mitterweile auch fast vorbei ist:

mittler.weile, eine silvestergeschichte_

auf der glatten bildschirmoberfläche des laptops spiegelt sich die lichterkette vor dem fenster. bei jedem geschriebenen buchstaben zittern die gelben punkte. das disharmonische klappern der tastatur – zwei wörter schreiben, drei löschen, fünf neue tippen – wird nur unterbrochen vom nachrichtenton ihres smartphones, den sie ignoriert, weil facebook-silvester-gruppe. sie nimmt einen schluck von ihrem eiskalten laško, neben dem ihr längst kalt gewordener coffee (von vor einer stunde) und der abgestandene tee (von gestern) steht. rülpst. isst ein paar paprikachips. bis zur deadline hat sie noch eine stunde und 43 minuten. bis zum neuen jahr sind es noch drei stunden und 43 minuten. sie muss noch immer 3.146 zeichen schreiben, zeigt ihr word an. bevor sie aus der gedanklichen pause zum text zurückkehrt, unterbricht johnny cashs „walk the line“ ihren arbeitsablauf. sie lauscht kurz den anfangstakten, dann hebt sie ab. „was gibt’s?“, fragt sie reflexartig. alles, was sie auf der anderen seite vernimmt, ist laute musik. „anniiiiiiieeee? warte kurz“, schreit ihre freundin in die leitung. dann wieder geräusche, eine tür. anna nimmt noch einen schluck vom bier und verdreht die augen. „so, sorry, jetzt bin ich draußen“, keucht bianca ihr entgegen, so als wäre sie gerade einen halbmarathon gelaufen. „wo bist du? warum bist du noch nicht da?“, fragt sie. „ich feile noch an meinem text, ich weiß nicht, ob ich es noch schaffe“, antwortet anna. „vergiss den text, silvester ist nur einmal. außerdem dachte ich, du bist eh schon fertig?!“ „eh“, lügt anna, während sie mit dem kugelschreiber spiralen auf ihren unterarm zeichnet. und sich denkt, dass silvester doch jedes jahr und jedes jahr ziemlich das gleiche ist. „aber du kennst mich ja: perfektionistin…“ sie kann direkt spüren, wie bianca die augen verdreht. „ja, okay. aber es ist wirklich, wirklich genial. pete hat seine killer-bowle mitgebracht uuund warum ich eigentlich auch anrufe“ – dramatische pause – „ich glaube, dass marco mir heute einen antrag macht.“ einige sekunden herrscht stille. anna überlegt, was sie darauf sagen soll und warum zur hölle bianca sie deswegen überhaupt anruft. „uuund was sagst du dazu?“, bohrt diese nach. „gratuliere“, antwortet anna. während bianca irgendwas von ringen und vorahnungen erzählt, umrahmt sie die spiralen mit zäunen. „das wär’n gutes neues coverbild für fb“, denkt sie sich. „voll genial“, sagt sie zu bianca. „du, ich muss jetzt weitermachen, damit ich auch mal schluss machen kann für heuer“, unterbricht sie den redefluss der freundin. „schick mir dann fotos vom ring usw.“, fügt sie hinzu. dann hört sie wieder musik. legt das handy beiseite. seufzt, streckt sich, zieht an einer haarsträhne. löscht die geschriebenen 1.854 zeichen. „sowieso egal“, denkt sie. zufrieden wäre sie sowieso nicht gewesen mit dem text und auf die 200 Euro mehr am Konto kam es momentan auch nicht an.

„sry, hab’s leben ausgestellt“, ändert sie ihren status auf whatsapp. dann stellt sie das smartphone auf flugmodus. sucht auf youtube nach einer dieser klassischen-musik-playlists und legt sich auf den kalten parkettboden. versucht, die augen zu schließen, während sich die welt in ihrem kopf immer schneller zu drehen beginnt. eigentlich, ja eigentlich findet sie jahresresümees sinnlos, aber es ist wohl auch zu sehr teil ihrer kulturellen dna, als dass sie das jahresende völlig ausblenden könnte.

und es hatte sich ja nicht wirklich etwas getan, vielleicht war sie tauber geworden oder vielleicht hatte sie auch nur gelernt, alles lockerer zu nehmen. die trennung im frühjahr war voll okay gewesen, aber die beziehung zu paul war eben auch immer an der oberfläche geschrammt – irgendwo zwischen kinofilm- und restaurants-kritiken. die funkstille zwischen ihr und bianca von mai bis august war da schon schwerer zu verkraften gewesen. geweint hatte sie deswegen nicht. eigentlich hatte sie gar nicht, abgesehen von dem einen mal als sie den zug versäumt hatte. an diesem chaotisch katastrophalen arbeitstag, und die eine stunde warten, obwohl sie sowieso schon zu spät dran war, weil paul eigentlich für sie gekocht hatte. und da war sie dann am bahnsteig gesessen, noch voll außer atem, hatte dem zug nachgeblickt und einfach geheult, weil das leben so scheiße war.

aber abgesehen von diesen normalen katastrophen war 2016 relativ harmlos verlaufen. dennoch kam es ihr wie das schlimmste aller jahre vor. aber vielleicht war ihr das jahr auch nur tragischer vorgekommen, weil die welt an sich sooft kopf zu stehen schien. angefangen von brexit über trump bis hin zum bundespräsidentenstichwahlwiederholungsverschiebungsdebakel. und aleppo_ nicht zu vergessen.

sie schüttelt den kopf, steht langsam wieder auf, schnappt sich die zigaretten vom tisch und wirft sich den mantel über. drei stockwerke nach unten, haustür, draußen ist es kalt, es schneit leicht. eine dünne schneeschicht liegt über den autos und dem asphalt. sie atmet den rauch tief ein und fühlt, wie sie sich entspannt. eigentlich sollte sie nicht mehr rauchen, aber eigentlich ist ihr das mittlerweile auch ziemlich egal.

„fuck you, 2016“ schreibt sie in den schnee und drückt die zigarette in der mitte der null aus, bevor sie zurück in ihre wohnung geht. dann dreht sie die heizung höher auf, weil ihre finger eiskalt sind, kuschelt sich unter ihre drei decken und schläft nach einigen meds mit bier genommen ein, während sich luke und lorelai in der sommerfolge im hintergrund streiten.

draußen läutet die welt 2017 mit noch mehr alkohol und silvesterraketen ein.

„bock im neuen jahr zu ficken? ;)“, schreibt ihr franz um 00:12 Uhr auf whatsapp.

however

Momentan nehme ich mir gerade nicht genügend Zeit für meinen Blog. Deswegen ein Beitrag aus meinem Archiv. Ein Text aus dem Jahr 2007 – der Titel ist mein damaliges englisches Lieblingswort (Ich habe sehr viel damit betitelt). Etwas zuviel Pathos, finde ich aus heutiger Sicht. Und zugleich mein Beitrag zum zehnten *txt-Wort: „Schatz“. 

dav
Somewhere in Erding (c) liawriting

however

noch immer du 
kann dich schon nicht mehr sehen 
nur mehr in meinem gedanken 
hab dich umgewandelt 
von meinem albtraum 
der mich nicht los lassen wollte 
in den Teil einer Geschichte. 
bist nur noch eine Figur
unter vielen 
hab deinen Namen geändert 
und ein anderes Gesicht dazu gegeben 
von dir ist nicht viel geblieben 
aber trotzdem 
bist du noch da_